Digitalisierung,  Leben mit Kind

Was ist Medienkompetenz?

Was ist Medienkompetenz?

Hui, eine riesen Frage. Wenn ich im Netz nach diesem Thema suche, gibt es Unmengen an Content. Oftmals geht es dabei aber darum um die Kinder, sprich die Kinder zu medienkompetenten Menschen zu „erziehen“.

Aber was ist Medienkompetenz denn eigentlich? Diese Frage habe ich für mich mal beantwortet. Für mich ist Medienkompetenz die Fähigkeit Medien so zu nutzen, dass sie meinen Bedürfnissen nutzen und einen bestimmten Zweck dienen und das wir dabei mit den Medien verantwortungsvoll umgehen. Es ist ja unumstritten, dass wir von Medien, vor allem den digitalen Medien umgeben sind und Kinder auch einfach (anders als wir noch – ich bin 1985 geboren) damit groß werden. Die Smartphones der Eltern und auch schon der Großeltern liegen rum. Tablets, PCs und Sprachassistenten. Diese Medien umgeben uns und daran wird sich soviel ist klar auch nichts mehr ändern. Umso wichtiger finde ich, dass wir uns das bewusst machen und verantwortungsbewusst damit umgehen.

Und es ist meiner Meinung nach auch unsere Aufgabe als Eltern, unseren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang beizubringen und vorzuleben. Und darin besteht aus meiner Sicht die Crux, aber dazu später noch mehr.

Also zusammengefasst: Medienkompetenz ist für mich verantwortungsvoll mit den digitalen Medien umzugehen, am Ball zu bleiben und zu lernen und dies auch an unsere Kinder weiterzugeben.

Was ist anders? Was hat sich verändert?

Wenn ich hier von Medienkompetenz spreche, dann meine ich vordergründig die digitalen Medien. Im Zuge der Digitalisierung wird immer mehr digital abgebildet und Abläufe automatisiert. Und das betrifft ja nicht nur die Arbeitswelt oder die Unternehmen sondern auch die privaten Haushalte, also auch uns Familien. Das ist unser genereller Konsum von allem möglichen via Tablet, Smartphone und Co. Apps, die uns im Alltag unterstützen, angefangen beim Kalender, ToDo-Listen, Zyklustracker oder vielleicht auch unser Smart Home.
Die Liste könnte ich noch ewig fortführen, aber ich denke, ihr wisst was ich meine.

Und all das passiert mir rasanter Geschwindigkeit. Ständig kommt etwas Neues und wir kommen nicht drum herum, uns damit auseinanderzusetzen. Für uns selbst als Eltern und gleichzeitig Erwachsene, die selbst noch ein paar Jährchen zu arbeiten haben. Aber auch für uns als Familie, deren Kinder in einer digitalisierten Welt aufwachsen.

Wir müssen da am Ball bleiben, für uns und für unsere Kinder.

Brauchen wir mehr Medienkompetenz?

Ja und nein,

Ja, denn ich glaube, dass es viel zu viele Familien gibt, die wenig verantwortungsbewusst mit Medien umgehen und ihren Kindern oder ihrem Umfeld kein gutes Vorbild sind.

Gerade an Silvester hatte ich ein Erlebnis, das ich an dieser Stelle kurz beschreiben will.
Wir spazieren so durch unser Viertel, als wir auf einmal eine lichterloh brennende Mülltonne sehen. Ein Fahrradfahrer hält neben uns und bittet uns die Feuerwehr anzurufen, denn er selbst habe kein Handy dabei. Dann ertönt die Sirene, die sich uns offenbar schon nähert. Die Feuerwehr rückt an und legt los. Gut, dass es so schnell geht.

Und was spielt sich parallel am Rande ab. Eine Frau filmt das Geschehen fasziniert. Mit dabei ein Junge, der natürlich auch sein Handy zückt und ebenfalls beginnt, Fotos zu machen oder zu filmen. Als die Feuerwehr anrückt und sich zwischen brennende Tonne und die beiden  positioniert, ärgern sich die Frau, dass sie nun nichts mehr sieht… (Mir geht jetzt schon wieder der Puls, wenn ich das hier so runterschreibe…)

Mit dem Handy vor dem Gesicht läuft sie auf der Straße um die Feuerwehr herum und filmt weiter. Und animiert dann auch noch ihren Sohn. Zu dem Punkt kann ich nicht mehr an mich halten und frage sie, ob es tatsächlich eine solche Sensation ist, dass dies gefilmt werden muss…
Meine Frage kommt bei ihr irgendwie nicht an, aber eine Antwort hat sie auch nicht…

Was lebt diese Frau und wahrscheinlich die Mutter des Kindes dem Kind vor? Das war für mich das absolute Negativbeispiel, das ist keine Medienkompetenz!

Und da sehe ich wirklich noch echten Bedarf, die Menschen zu sensibilisieren. Die digitalen Medien intelligent und verantwortungsvoll zu nutzen. Ich sage nicht, dass wir auch immer mal Quatschvideos machen, Blödsinnsbilder mit komischen Filtern und Co…aber in der Mehrheit sollte der Umgang sein anderer sein.

Worin ich „das große Aber“ sehe ist die typisch deutsche Manier, alles zu dramatisieren und zu überbewerten.
Denn ich bin auch sicher, dass viele Kinder, die so selbstverständlich mit Digitalisierung groß werden, einen guten Umgang damit schnell lernen und eine offene und interessierte Grundhaltung gegenüber Neuem mitbringen. Und das ist meiner Meinung nach im Zuge der Digitalisierung unerlässlich. Und schwierig finde ich es dann, wenn diese guten Voraussetzungen durch den weniger verantwortungsvollen Umgang mit den Medien der Eltern eingeschränkt werden.

Was kann man da tun?

Ich möchte an der Stelle nochmal betonen, dass ich hier niemanden angreifen will. Und mir ist auch bewusst, dass es etliche Berufe gibt, bei denen Digitalisierung noch nicht wirklich ein Thema ist. Und mir ist auch bewusst, dass für viele das Thema nicht so spannend und interessant ist, wie es vielleicht für mich ist.
Aber ich finde, dass es unsere Aufgabe als Eltern ist, sich für unsere Kinder mit dem Thema auseinanderzusetzen, damit wir unsere Kinder begleiten können und ihre Fragen beantworten können.

Immer wieder werden Stimmen laut, dass Kindergärten, Schulen, Lehrer und Co unseren Kindern die benötigte Medienkompetenz vermitteln sollten. Nein, das sehe ich wirklich nicht so. Sicherlich können betreuende Einrichtungen unterstützen und Hilfestellungen leisten, aber die Verantwortung dafür liegt bei uns Eltern. Meine Meinung.

Unterstützung und Hilfestellung – gutes Stichwort zum Abschluss für heute: Es gibt inzwischen eine Reihe an Initiativen, die Information bieten und Fragen beantworten, die Hilfestellungen geben und unterstützen.
Über die Google Suche werdet ihr schnell fündig.
Und bei den folgenden werdet ihr sicher wertvolle Infos finden:

Diese Liste werde ich gerne weiter ergänzen. Ihr kennt noch andere Initiativen, dann gerne her damit 😉

Wie ist denn eure Meinung dazu? Lasst uns gerne dazu austauschen und diskutieren. Lasst mir dazu gerne einen Kommentar da.

Alles Liebe,

Susanne

2 Kommentare

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