Kooperationsanfragen an Blogger
Leben mit Kind,  Schwangerschaft und Geburt

Kooperationsanfragen an Blogger

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das ich aus gegebenem Anlass ziemlich beschäftigt hat: Kooperationsanfragen an Blogger.

Seit etwas über drei Jahren betreibe ich meinen Blog. Neben mir auch der Blog weiterentwickelt und damit die Themen bzw. der Fokus meines Blogs. Und oftmals gehen mit einem Blog auch Kooperationsanfragen von PR-Agenturen und Unternehmen einher. Und auch wenn es hier eigentlich gar nicht meine Thema sind, möchte ich heute ein paar Worte darüber loswerden.

Die Kooperationsanfrage

Erst kürzlich habe ich eine Kooperationsanfrage einer PR-Agentur erhalten, die offensichtlich für ein Unternehmen eine Produktkampagne zu einem Kinderspielzeug durchführen.

Mit den Worten “…bei dir melden, denn das kreative Bio Spielzeug sollte dir nicht entgehen!” und “Wir würden uns freuen, wenn du bei unserer Produkt-Kampagne mit dabei bist und … auf deinem Blog vorstellst!” erhielöt ich die Anfrage per Mail. Eine Verlosung sei natürlich grundsätzlich möglich und einen Rabattcode für die Follower gäbe es oben drauf.

Auf meine Nachfrage hin, um welches Produktset es sich im Detail handelt, ob es weitere Honorare gibt und wie der Zeitplan zur Kampagne wäre, erhielt ich folgende Antwort:

  • Ich bekomme das Produktset XY zur Verfügung gestellt (hier sei zu erwähnen, dass es sich bei dem Produkt um einen Verkaufswert in Höhe von 24,95 EUR handelt)
  • Ein weiteres Honorar sei nicht vorgesehen
  • Man stelle sich einen Blogbeitrag sowie einen Instagram Post vor.

Leider muss ich gestehen, dass ich fast nichts anderes erwartet habe. Und dennoch steigt Ärger in mir hoch.

Über so wenig Wertschätzung!

Ja, so klar muss man es einfach ausdrücken Vielleicht kann man es auch noch etwas größer packen, denn ich bin ja nicht die einzige, die diese Kooperationsanfrage erhalten hat. Ich finde es unmöglich, sämtlichen Bloggern gegenüber. Denn aus meiner Sicht wird erwartet, dass hier umsonst gearbeitet wird.

Ja umsonst. Denn ein Produkt in diesem Preissegment zur Verfügung zu stellen und im Gegenzug einen redaktionellen Artikel inkl Social Media Streuung zu verlangen ist nichts anderes! Und es suggeriert mir, dass meine Arbeit wohl nichts wert ist.

Umsonst arbeiten? Nein, danke!

Ich bin mir bewusst, dass mein Blog einer der kleineren Blogs ist und ich bin mir auch bewusst, dass meine Reichweite nicht mit der anderer Elternblogger zu vergleichen ist. Mein Fokus liegt auch nicht darauf, auf meinem Blog bzw. in meinem Instagram-Profil eine Werbesendung abzuspulen, bei der immer neue und tolle Baby- und Kinderprodukte platziert werden. Nein, darum geht es mir nicht.

Aber und trotzdem: Hinter meinem Blog steckt Arbeit und Invest sowohl zeitlicher als auch finanzieller Natur.

Was das im Detail heißt? Ich habe mit dem Blog auch ein Gewerbe angemeldet. Ein Gewerbe über das Einkünfte und auch Ausgaben laufen, ein Gewerbe für das ich eine Steuererklärung erstellen muss. Ein Gewerbe mit dem ich im vergangenen Jahr erstmalig einen mehrstelligen Gewinn erzielt habe!

Das kostet alles Geld. Die Gewerbeanmeldung, das Hosten der Website und die Domain. Und auch einfach meine Zeit. Sicherlich sind viele Beiträge auf meinem Instagramprofil auch Schnappschüsse, die keinen großen Zeitinvest mit sich bringen.

Anders sieht es mit einem Produkttest aus.

Bei der aktuellen Kooperationsanfrage soll ein Beitrag auf dem Blog und ein Instagram-Post entstehen. Wir sprechen hier von Content-Creation. Damit geht aus meiner Sicht ein bestimmter-Qualitätsanspruch einher, denn das Lesen solcher Beiträge sollte immer einen Mehrwert für den Leser / Follower bieten!

Für einen Produkttest stellt man seinen Lesern und Followern also das Produkt vor. Das bedeutet für mich, das ich mich entsprechend vorbereite und nicht die Produktbeschreibung des Herstellers 1:1 übernehme. Und dann teste ich das Produkt, in diesem Fall geht es um ein Kinderspielzeug, sodass ich das Produkt in unsere Nachmittagsaktivität mit einbinde.

Nach einem Zeitraum x erstelle ich einen Artikel, der in jedem Fall 2 Stunden Zeit kostet.

Dazu werden auch noch Bilder oder Videos benötigt. Diese müssen bearbeitet werden.

Und dafür erhalte ich ein Produkt mit einem Verkaufswert von 24,95 EUR, dessen Einnahme ich ja auch wieder in meiner Steuererklärung angeben muss. (wer übrigens mehr darüber erfahren möchte, findet hier einen ganz interessanten Artikel)

Ich vermute bei dem Produkt, dass er Warenwert bei max. 5-10 EUR liegt. Etliche Blogger bekommen im Rahmen dieser Kampagne das Produkt zur Verfügung gesteckt. Das Unternehmen bekommt dafür ordentlich Content verschiedener Blogger, tolle Fotos und entsprechende Reichweite. Ich vermute der größte finanzielle Invest hier auf Unternehmenseite, ist der Auftrag an die PR-Agentur, die diese Kampagne umsetzt. Na herzlichen Dank auch. Ich lehne also dankend ab.

Die Mütterfalle

Neben dem beschriebenen Ärger möchte ich hier aber auch noch ein anderes Thema ansprechen, denn der Weg dorthin ist nun ganz ganz kurz.

Immer wieder ist es Thema, dass die Arbeit von Müttern zu Hause nicht entsprechende Wertschätzung erfährt. Immer wieder werden, wenn es um Kritik an der Elternschaft geht, zunächst die Mütter genannt. Immer noch verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. Immer wieder müssen Frauen für ihren beruflichen Werdegang andere Hürden nehmen und sich viel stärker und häufiger beweisen, als es bei Männern der Fall ist. Und warum ist das so?

Unter anderem, weil wir selbst nicht ALLE genug dafür einstehen! Uns kontinuierlich dafür einsetzen! Uns eine Stimme geben und uns klar positionieren. Deutlich sagen, was uns stört, was uns fehlt und was wir uns vorstellen! NEIN sagen! Und dafür kämpfen. Immer und immer wieder!

Und das fängt meiner Meinung schon im Kleinen an. Und so auch in diesem Fall mit der Kooperationsanfrage! Warum sollte ich diese Kooperation annehmen? Weil ich kostenlos ein Spielzeug für mein Kind bekomme? Weil ich ja zu Hause sitze und Däumchen drehe und mich toll fühle, auf meinem Blog dann auch noch einen Artikel über dieses Produkt schreiben zu dürfen? NEIN.

Aber es sind auch im Alltag häufig Situationen: “Ach du bist doch eh zu Hause, kannst du nicht dies und das….

Ach du arbeitest Teilzeit, na dann einen schönen Feierabend”…

So nun habe ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen und mir geht’s besser 😉 Wie denkt ihr denn darüber? Egal ob Blogger, Mama, Papa, Frau oder Mann?

Alles Liebe,

eure Susanne

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