Digitalisierung

Bildschirmzeit – kennst du deine?

Die eigene Bildschirmzeit. Seit Monaten viel diskutiert. Wir sind dauernd und eigentlich überall online. Unser Smartphone ist quasi an uns festgewachsen. Denn auf unserem Smartphone läuft alles zusammen: Mails, Kalender und Termine, die To-Do-Liste und vor allem alle Social Media Profile.

Die Vermutung liegt nahe, dass wir enorm viel Zeit am Tag mit unseren Handys verbringen. Das überrascht eigentlich weniger. Aber wieviel Zeit ist es denn? Und ist es mir persönlich dann vielleicht zu viel Zeit, die ich mit meinem Smartphone verbringe? Und wo genau geht die Zeit denn hin?

Darum geht es in diesem Artikel.

Und wie immer wenn etwas überhand bekommt oder sich ein Trend in eine Richtung bewegt, dann gibt es einen Gegentrend.

„Digital Detox“ – das ist der neue Luxus. Nicht-Verfügbarkeit, Offline-Sein, Smartphone oder gänzliche Abstinenz von den digitalen Medien.

Ich bin eigentlich überrascht, dass sich noch kein fester Hashtag etabliert hat, a là #digitaldetoxdienstag, aber wahrscheinlich will dienstags einfach keiner offline sein. 😉

Denn das ist auch merklich: Die Digital-Detox Freunde mehren sich zum Wochenende hin, dann wenn die Familie zusammenkommt, wenn die meisten Freizeit haben und man gemeinsam Zeit verbringt. #qualitytime #familienzeit

Ich wollte es genauer wissen. Wie viel Zeit verbringen mein Smartphone und ich wirklich?

Ich tracke meine Bildschirmzeit

Bei Apple wird ein Tracker inzwischen mit iOS 12 standardmäßig mitgeliefert, ebenso bei Android, ab der Android Version 9 (digital Wellbeing).

Aber es gibt auch einige Apps, mit denen die eigene Bildschirmzeit tracken kann. Ich habe mir ein paar angesehen und meine eigene Bildschirmzeit getrackt.

Mein Favorit war Action Dash. Die Auswertungen waren ziemlich genau und das Tracking gut aufbereitet. Ich stehe ja auf Visualisierungen von Zahlen und hübsche Diagramme und dem wird diese App wirklich gerecht. Außerdem habe ich keine nervigen Werbeeinblendungen bemerkt. Das war bei den anderen Apps etwas anders.

Was alle Apps können und ganz praktisch ist: man kann bestimmte Apps vom Tracking ausschließen bzw. oder nur bestimmte Apps zum Tracking hinzufügen ( das variiert je nach App) .

Außerdem kann man Zeitlimits für bestimmte Apps festlegen und bekommt dann einen Hinweis, wenn die Zeit überschritten ist.

Zeitlimits beispielsweise für Instagram, wo man schnell mal die Zeit vergisst und dann ewig „rumdaddelt“.

Ausschließen kann man zum Beispiel auch Apps, die man für den eigenen Tag braucht bzw. die im Alltag unterstützen, zum Beispiel die To-Do Liste oder die Einkaufslisten-App.

Ich habe während meines Test keine keine Apps vom Tracking ausgeschlossen. Und meine Bildschirmzeit hat mich jetzt gar nicht so riesig überrascht – gut an manchen Tagen habe ich es wirklich viel genutzt (gute 3 Stunden).

Bildschirmzei

Was mich aber tatsächlich überrascht hat, war die Anzahl des täglichen Entsperrens. Die war mir mit an die 50 Mal deutlich zu hoch und das ist etwas, dass ich so tatsächlich nicht im Blick hatte.

Bildschirmzeit_Entsperrzeit

Diese kurze Ablenkung, dieses Bedürfnis nachzusehen, ob eine neue Nachricht eingegangen ist oder ob es sonstige Benachrichtigungen gibt.

Bildschirmzeit_Dauer

Die Bildschirmzeit an sich stört mich nicht so sehr. Denn ich nutze das Handy viel, dessen bin ich mir bewusst. Im Alltag habe ich eine ganz Reihe an kleinen Apps die mich unterstützen. Beispielsweise der Putzplan, das Haushaltsbuch oder die digitale Einkaufsliste. Mein Handy ist mein Notizbuch. Und ja abends auf der Couch lese ich oftmals auch noch mit dem Handy.

Deswegen kann man sich schon fragen, was einem das Wissen über die Bildschirmzeit nun bringen soll?

Ich kenne meine Bildschirmzeit – und jetzt?

Wie eingangs schon beschrieben, ist es aus meiner Sicht interessant sein Gefühl über die Zeit mit dem Handy mal mit tatsächlichen Zahlen zu belegen. Was ich aber auch weiß, ist, dass ich dieses Tracking nicht dauerhaft nutze. Den Mehrwert hat es aus meiner Sicht dann nicht.

Was ich aber gemacht habe:

Ich habe für mich ein paar Aktionen abgeleitet, die mich in einem bewussteren Umgang mit dem Smartphone unterstützen.

  1. Profil „Nicht stören“ öfters aktivieren bzw. individuelles Profil erstellen
    So konnte ich für mich einstellen, dass ich zwischen 23:00 Uhr und 08:00 Uhr keine Benachrichtigungen erhalte. Auch Mails und Co erreichen mich nur außerhalb dieser Zeit.
  2. Benachrichtigungen grundsätzlich minimieren
    Das mit den Benachrichtigungen kam für mich gefühlt schleichend. Und sie nerven mich, denn sie lenken mich ab. Offensichtlich, denn wie ich schon beschrieben habe, ist die Anzahl über das Entsperrens für mich persönlich zu hoch. Also rein in die Einstellungen und das Senden von Benachrichtigungen minimieren.
  3. Smartphone außerhalb des Schlafzimmers lassen
    Oftmals als Wecker gerechtfertigt, lag das Handy immer mit im Schlafzimmer. Das gibt es jetzt nicht mehr. Bevor ich ins Bett gehe, wird das Handy auf die Kommode gelegt.

Was man noch so beachten kann, wenn es um die Nutzung von Smartphone und auch anderen digitalen Medien im Familienalltag geht, habe ich auch mal in einem anderen Artikel geschrieben.

Mein Fazit

Der Test war für mich spannend und ich hatte mal einen Beleg dafür wie viel Zeit am Tag so in meine Aktivitäten mit dem Handy gehen. Wie viel Zeit verbringe ich bei Instagram, Facebook, Twitter und Co.  Wie viel Zeit ist produktiv am Handy? Dazu gehören meine kleinen Helferlein.

Wie oft checke ich meine Mails und wie hoch ist die Ablenkung durch das Smartphone tatsächlich? All das sind interessante Infos, wenn man an die eigene Medienkompetenz denkt.

Sich dessen bewusst sein und daraus Maßnahmen ableiten, wenn einem das getrackte Ergebnis nicht gefällt. Etwas verändern, so dass man sich damit besser fühlt.

Für mich war es ein Test und ich werde die Apps nun wieder von meinem Smartphone entfernen.

Und ihr? Probiert es doch auch mal aus. Oder nutzt ihr vielleicht schon die Funktionen und trackt eure Bildschirmzeit?

Ich bin gespannt…

Liebe Grüße,

Susanne

 

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